Dienstag, 24 Mai 2022

WAS UNSERE PARTEI KENNZEICHNET: Die politische Kontinuität von Marx zu Lenin bis zur Gründung der Kommunistischen Internationale und der Kommunistischen Partei Italiens (Livorno 1921); der Kampf der Kommunistischen Linken gegen die Degeneration der Kommunistischen Internationale, gegen die Theorie des “Sozialismus in einem Land” und die stalinistische Konterrevolution; die Ablehnung von Volksfronten und des bürgerlichen Widerstandes gegen den Faschismus; die schwierige Arbeit der Wiederstellung der revolutionären Theorie und Organisation in Verbindung mit der Arbeiterklasse, gegen jede personenbezogene und parlamentarische Politik.


8. März 2022

  • Kategorie: Texte
  • Veröffentlicht: Montag, 07. März 2022 20:12

Genossinnen, proletarische Schwestern!

Drei Jahre Gesundheitsnotstand, die zur Wirtschaftskrise hinzugekommen sind, haben zu nichts anderem geführt als zur Verschlechterung eurer Arbeitsbedingungen. Ihr wart die ersten, die entlassen worden sind und weitere Lohnkürzungen unter dem Deckmantel von Teilzeitarbeit oder smart working hinnehmen musstet, trotz des Lohngefälles zu Lasten der Frauen. Und ihr wart die letzten, die in feste Arbeitsverhältnisse übernommen worden sind. Wer in den Firmen bleiben konnte, mit immer prekäreren Verträgen, weiß, wie die Morde und Tötungsversuche (wie Adil in Novara) am Arbeitsplatz zugenommen haben (das, was die Bosse und deren Vertreter „Unfälle“ nennen) und kennt den zunehmenden Druck  bis zur Erpressung und sexuellen Belästigung im Namen einer angeblichen Steigerung der Produktivität.

Währenddessen hat sich die Belastung durch die gesamte Reproduktions-, Pflege- und Betreuungsarbeit sowie die Hausarbeit vervielfacht, zu der euch die gesellschaftliche Arbeitsteilung der kapitalistischen Produktionsweise zwingt – eine Arbeitsteilung, die die Formen der patriarchalischen Herrschaft übernommen und verschärft hat.

Genossinnen, proletarische Schwestern!

Der Sturm des Krieges wütet jetzt in einer ökologisch verwüsteten Welt und die Unhaltbarkeit unserer Lebens- und Arbeitsbedingungen wird immer offensichtlicher. Alle Institutionen, in denen der Staat des Kapitals organisiert ist, sind nur Täuschungen und Gefängnisse: das erleben in schmerzhafter Art und Weise die Frauen in den Ländern, die vom Krieg gezeichnet sind – wie die aus Afrika, dem Nahen Osten, dem Balkan und dem Kaukasus und jetzt auch die Frauen aus der Ukraine und aus Russland.

Diese Lebensweise kann nicht verbessert werden. Die Emanzipation der Frauen ohne soziale Revolution ist eine reformistische Illusion, die die Realität einer in Klassen geteilten Gesellschaft verschleiert: Es gibt bürgerliche Frauen, die Komplizen und Teilnehmer an der Beherrschung und Ausbeutung eurer reproduktiven und produktiven Arbeit sind und deren "Emanzipation" nichts anderes als die Teilhabe an der bürgerlichen Macht ist; es gibt intellektuelle und professionelle Frauen, berufstätige Frauen, die zur modernen "Mittelschicht" gehören, und deren Emanzipation nichts anderes als das Streben nach einem höheren Sozialprestige und einer größeren Teilhabe am Reichtum ist, der durch eure reproduktive und produktive Arbeit entsteht.

Lasst euch nicht von "feministischen" Bewegungen täuschen: Sie haben nur Angst, von eurer revolutionären Kraft mitgerissen zu werden und nutzen eure konkreten Bedürfnisse und eure Unterdrückung aus, die durch den patriarchalen Chauvinismus immer unerträglicher wird, den wir von den alten Klassengesellschaften geerbt haben.

Genossinnen, proletarische Schwestern!

Euer Schicksal liegt in euren Händen, in euren Herzen und Köpfen – und vor allem in euren Kämpfen, um sich gegen die Welt des Kapitals zu verteidigen, um es zu bekämpfen und zu stürzen, zusammen mit dem Patriarchat, das ein Instrument der kapitalistischen Herrschaft ist:

Ökonomische und gewerkschaftliche Kämpfe gegen Arbeitslosigkeit, für angemessene Löhne, Renten und Arbeitsbedingungen, die unsere Gesundheit und Sicherheit gewährleisten, und gegen alle Formen des sexistischen Machismus (auch bei denjenigen, die sich als "gewerkschaftliche Avantgarde" bezeichnen) am Arbeitsplatz.

Ökonomische und soziale Kämpfe zur Verbesserung und Kollektivierung der Bedingungen und Möglichkeiten der reproduktiven Arbeit der Pflege und Betreuung, die aus dem privaten, häuslichen und familiären Rahmen herausgerissen werden muss, der für die Männer häufig bequem ist.

Kämpfe, um die Kontrolle und Entscheidung über die eigene Mutterschaft zu erlangen und zu verteidigen.

Kämpfe gegen alle reformistischen und bürgerlichen Sirenen, um sich auf die politische und soziale Revolution vorzubereiten, zu der alle zusammen, proletarische Männer und proletarische Frauen, durch die stupide Grausamkeit des Kapitals und seines Staates, gezwungen sein werden.

Dies war und muss auch weiterhin der 8. März sein!